Was ist Klimaschutz?
Schnell erklärt

Was ist Klimaschutz?

Unter Klimaschutz fallen alle Maßnahmen, die die möglichen Folgen des Klimawandels abmildern und verhindern sollen. Dieser Wandel wurde durch die globale Erderwärmung verursacht, die vor allem durch das Handeln der Menschen ausgelöst wurde.

Expert:innen sprechen oft von der 1,5-Grad-Grenze, die nicht überschritten werden darf. Das heißt, dass Maßnahmen getroffen werden müssen, um zu verhindern, dass die Erderwärmung im Vergleich zum Niveau vor der Industrialisierung um mehr als 1,5 Grad steigt. Dieses Ziel ist z. B. auch im Pariser Klimaschutzabkommen festgehalten. Zentral ist dabei vor allem die Reduktion von Kohlenstoffdioxid, das erheblich zur globalen Erwärmung beiträgt.


Wie unterscheiden sich Klima-, Umwelt- und Naturschutz?

Beim Naturschutz geht es um den Schutz der Natur – also der wildlebenden Tiere, der wildwachsenden Pflanzen und deren Lebensräume. Wichtigstes Ziel des Naturschutzes ist es, die biologischen Vielfalt (auch Biodiversität genannt), zu der auch die Artenvielfalt gehört, auf der Welt zu erhalten oder wieder herzustellen. Der Naturschutz ist ein Teilbereich des Umweltschutzes. 

Anders als beim Naturschutz geht es beim Umweltschutz nicht nur um den Schutz der Natur, sondern auch um die Reinhaltung der Luft, des Wassers, der Böden – und um den Klimaschutz. 

Klimaschutz ist ebenfalls ein Teil des Umweltschutzes. Das Klimasystem ist ein Teil unserer Umwelt, womit jede Klimaschutzmaßnahme auch eine Umweltschutzmaßnahme ist. Umgekehrt gilt dies aber nicht automatisch.


Kann Naturschutz zum Klimaschutz beitragen?

Nicht alles, was zum Naturschutz beiträgt, muss auch zum Klimaschutz beitragen. Dies sieht man etwa am Beispiel von Windrädern, die zwar eine nachhaltige Energiegewinnung und damit die Reduktion von Kohlenstoffdioxid fördern, jedoch gleichzeitig eine Gefahr für seltene Vogelarten darstellen können. Andersherum verhält es sich bei Naturschutz-Projekten zur Artenvielfalt wie z. B. Maßnahmen zur Rettung der Bienen: Hier wird zwar eine einzelne Tierart geschützt, ob dies jedoch zum Klimaschutz beiträgt, ist umstritten (hier findet man die Position vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND, dazu).

Einige Parteien wie die Grünen und Organisationen wie der World Wide Fund For Nature (WWF) argumentieren, dass Klimaschutzstrategien Maßnahmen zum Naturschutz beinhalten sollten. „Wir unterschätzen die Hilfe, die natürliche Ökosysteme bei der Bewältigung der Klimakrise leisten können“, so Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. (Quelle: Report: WWF fordert naturnahe Ansätze als Teil der Lösung für die Klimakrise)

Auch der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) spricht sich für eine Verknüpfung dieser Themen aus: “Intakte Ökosysteme können nicht nur große Mengen Kohlenstoff speichern, sondern besitzen viele weitere positive Effekte und haben für unsere Ernährung, Gesundheit, Wirtschaft und unser Wohlergehen eine entscheidende Rolle. Sie reinigen die Luft und das Wasser, erhöhen die Bodenfruchtbarkeit und regulieren Schädlinge.” (Hier findet man die Position des NABU).

Auch das von der Bundesregierung jüngst vorgestellte Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz betrachtet Klima- und Naturschutz zusammen und zielt auf die Synergien zwischen Klimaschutz, Erhalt der Artenvielfalt und Vorsorge gegen die Folgen der Erderwärmung ab. 


Für unseren Ideenwettbewerb Klimaschutz nebenan gilt: Projekte, die den Schutz der Umwelt oder der Natur wie z. B. der Artenvielfalt fördern, können auch zum Klimaschutz beitragen. Wichtig für die Bewerbung ist, dass die Zusammenhänge dementsprechend begründet werden.


(Foto: Etienne Girardet on Unsplash)


Warum ist Klimaschutz wichtig?

Wenn es nicht gelingt die steigende Erderwärmung zu begrenzen, hat das weltweit weitreichende Folgen: ohne Emissionsbeschränkungen wird der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts zwischen 45 und 82 Zentimeter ansteigen, so der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinem höchsten Emissionsszenario. Der IPCC schließt nicht aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels auch deutlich höher ausfallen könnte. Küstenregionen und tief gelegene Inselstaaten würden dann überflutet. An vielen Orten der Welt kann man den bereits stattfindenden Klimawandel bereits beobachten: zunehmende Dürren, die Ausbreitung von Wüsten, häufigere Überschwemmungen, die steigende Zahl weiterer extremer Wetterereignisse und abschmelzende Gletscher. 

Das Bundesumweltministerium stellt klar: „Der derzeitige Klimawandel kann nicht rückgängig gemacht werden. Es ist jedoch möglich, den Klimawandel zu verlangsamen und damit seine Auswirkungen für Menschen und Umwelt in Schranken zu halten.“ (Quelle: BMUV)


(Foto: Markus Spiske on Unsplash)


Was können wir tun, um das Klima zu schützen?

Auch wenn die Bundesregierung 2021 mit dem Klimaschutzgesetz den politischen Weg zur Klimaneutralität 2045 vorgezeichnet hat: Klimaschutz beginnt im Alltag. Jedes vermiedene Gramm CO2-Emission ist eine Investition in die Zukunft. 

Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer sich mit dem Fahrrad, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Elektroauto emissionsarm fortbewegt, auf eine regionale und fleischarme Ernährung achtet oder bei Kauf und Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik setzt. Schon das konsequente Abschalten des Stand-by-Modus bei Elektrogeräten wie Druckern oder Fernsehern würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 und zudem in vielen Haushalten bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen.


Wichtige Quellen und weitere Infos: